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H WIE HYALURONSÄURE

Kurzdefinition
Hyaluronsäure ist eine körpereigene Substanz aus der Gruppe der Glykosaminoglykane. Sie kommt unter anderem in Haut, Gelenken, Bindegewebe und im Glaskörper des Auges vor. Ihre besondere Eigenschaft: Hyaluronsäure kann große Mengen Wasser binden.

Was macht Hyaluronsäure im Körper?
Hyaluronsäure sorgt dort, wo sie natürlicherweise vorkommt, für Feuchtigkeit, Elastizität und Gleitfähigkeit. In den Gelenken ist sie Bestandteil der Gelenkflüssigkeit und trägt dazu bei, dass sich die Gelenkflächen möglichst reibungsarm gegeneinander bewegen können.

Auf Haut und Schleimhäuten bildet Hyaluronsäure einen feuchtigkeitsspendenden Film. Genau diese Eigenschaft macht sie beispielsweise für Augentropfen, Nasenpräparate oder Produkte zur Wundversorgung interessant.

Dabei hängt die Wirkung entscheidend davon ab, wo und in welcher Form Hyaluronsäure angewendet wird.

Typische Einsatzgebiete
– Augentropfen bei trockenen Augen
– Befeuchtung trockener Nasenschleimhäute
– Wundversorgung und Unterstützung der Wundheilung
– Hautpflege bei trockener Haut
– Injektionen bei bestimmten Gelenkbeschwerden
– ästhetische Medizin als sogenannter Filler

Grenzen, Risiken und Irrtümer
Hyaluronsäure besitzt ein ausgesprochen positives Image. Das führt allerdings dazu, dass der Begriff inzwischen für zahlreiche Produkte verwendet wird, deren tatsächlicher Nutzen sehr unterschiedlich ist.

Ein häufiger Irrtum: Hyaluronsäure in einer Creme könne verlorenes Bindegewebe ersetzen oder Falten dauerhaft „auffüllen“. Äußerlich aufgetragene Hyaluronsäure kann vor allem Feuchtigkeit binden und dadurch das Hautbild vorübergehend glatter erscheinen lassen. Mit einer injizierten Hyaluronsäure ist dieser Effekt nicht vergleichbar.

Auch bei Gelenkbeschwerden sollte man differenzieren. Hyaluronsäure-Injektionen können bei einzelnen Patienten Beschwerden lindern, sind aber keine Methode, mit der sich verschlissener Gelenkknorpel einfach wieder aufbauen lässt.

Apotheker-Einordnung
Hyaluronsäure ist ein gutes Beispiel dafür, wie aus einer medizinisch sinnvollen Substanz gleichzeitig ein enormer Marketingbegriff werden kann.

Besonders überzeugend ist ihr Einsatz dort, wo ihre wasserbindenden Eigenschaften unmittelbar genutzt werden – etwa bei trockenen Augen oder Schleimhäuten. Hier kann Hyaluronsäure befeuchten, schützen und Beschwerden lindern.

Vorsicht ist dagegen bei Versprechen geboten, die weit darüber hinausgehen. Eine Hyaluronsäurecreme macht die Haut nicht dauerhaft jünger, und ein Nahrungsergänzungsmittel baut nicht automatisch Gelenkknorpel wieder auf.

Hyaluronsäure kann viel – aber längst nicht alles, was die Werbung aus ihr macht.