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T WIE TACROLIMUS

Kurzdefinition
Tacrolimus ist ein Wirkstoff, der die Aktivität des Immunsystems hemmt. Er gehört zu den sogenannten Calcineurin-Hemmern und wird sowohl nach Organtransplantationen als auch äußerlich bei bestimmten entzündlichen Hauterkrankungen eingesetzt.

Was macht Tacrolimus im Körper?
Tacrolimus hemmt das Enzym Calcineurin und beeinflusst dadurch die Aktivierung bestimmter Abwehrzellen, insbesondere der T-Lymphozyten. Diese produzieren anschließend weniger entzündungsfördernde Botenstoffe.

Die Besonderheit: Je nach Darreichungsform kann Tacrolimus sehr unterschiedliche Aufgaben erfüllen. Als Kapsel wirkt es im gesamten Körper und unterdrückt gezielt Immunreaktionen. Als Salbe wirkt es dagegen überwiegend in der Haut und reduziert dort Entzündung und Juckreiz.

Typische Einsatzgebiete
– Verhinderung von Abstoßungsreaktionen nach Organtransplantationen
– mittelschwere bis schwere Neurodermitis
– insbesondere entzündliche Hautveränderungen im Gesicht, am Hals oder in empfindlichen Hautregionen

Grenzen, Risiken und Irrtümer
Bei äußerlicher Anwendung treten zu Beginn relativ häufig Brennen, Wärmegefühl oder Juckreiz an den behandelten Hautstellen auf. Diese Beschwerden lassen meist im Verlauf der Behandlung nach.

Bei einer systemischen Therapie nach einer Transplantation ist die Situation deutlich anspruchsvoller. Tacrolimus kann unter anderem Nierenfunktion, Blutdruck und Blutzucker beeinflussen. Zudem besitzt der Wirkstoff zahlreiche Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten.

Auch Grapefruit kann den Abbau von Tacrolimus beeinflussen und zu erhöhten Wirkstoffkonzentrationen führen.

Ein häufiger Irrtum: Eine Tacrolimus-Salbe sei einfach „Kortison ohne Kortison“. Zwar werden beide gegen entzündliche Hauterkrankungen eingesetzt, ihre Wirkmechanismen unterscheiden sich jedoch deutlich. Ein wichtiger Vorteil von äußerlich angewendetem Tacrolimus ist, dass es im Gegensatz zu Kortison nicht zu einer Verdünnung der Haut führt.

Apotheker-Einordnung
Tacrolimus zeigt besonders gut, wie unterschiedlich ein Wirkstoff je nach Anwendung eingesetzt werden kann. Nach einer Organtransplantation kann er lebensnotwendig sein, weil er verhindert, dass das Immunsystem das transplantierte Organ angreift. In der Dermatologie ermöglicht derselbe Wirkstoff eine gezielte Behandlung der Neurodermitis, insbesondere an empfindlichen Hautstellen.

Bei der systemischen Anwendung ist eine konsequente Einnahme besonders wichtig. Schon Veränderungen des Einnahmezeitpunkts, Wechselwirkungen oder ein Wechsel zwischen unterschiedlichen Präparaten können die Wirkstoffkonzentration beeinflussen. Deshalb gehört Tacrolimus zu den Arzneistoffen, bei denen eine gute Abstimmung zwischen Patient, Arzt und Apotheke besonders wichtig ist.