G WIE GLYCEROL (GLYCERIN)
Kurzdefinition
Glycerol ist ein dreiwertiger Alkohol, der natürlicherweise im Körper vorkommt und Bestandteil von Fetten (Triglyceriden) ist. In der Medizin wird er vielseitig eingesetzt – unter anderem als Feuchthaltemittel und mildes Abführmittel.
Was macht Glycerol im Körper?
Glycerol bindet Wasser sehr effektiv. Auf der Haut sorgt es für Feuchtigkeit und unterstützt die Hautbarriere. Im Darm wirkt es osmotisch: Es zieht Wasser in den Stuhl, macht ihn weicher und erleichtert die Entleerung.
Typische Einsatzgebiete
– Feuchtigkeitspflege für trockene Haut
– Bestandteil von Cremes und Salben
– als Zäpfchen bei Verstopfung (v. a. bei Kindern)
– in Hustensäften zur Befeuchtung der Schleimhäute
Grenzen, Risiken und Irrtümer
Glycerol ist sehr gut verträglich, kann aber bei übermäßiger Anwendung im Darm zu Reizungen führen.
Ein häufiger Irrtum: „Einfache“ Stoffe hätten keine Wirkung – gerade Glycerol zeigt, dass physikalische Effekte oft sehr effektiv sein können.
Apotheker-Einordnung
Glycerol ist ein unterschätzter, aber sehr sinnvoller Wirkstoff. Besonders bei empfindlichen Patientengruppen wie Kindern ist er eine schonende Option – sowohl in der Hautpflege als auch bei leichter Verstopfung.