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ABNEHMEN NACH DER SCHWANGERSCHAFT: WARUM STRESS, SCHLAFMANGEL UND ALLTAG DAS GEWICHT BEEINFLUSSEN

Vor ein paar Tagen hatte ich Kontakt mit einer jungen Mutter. Eigentlich ging es zunächst gar nicht um Glyck. Wir kamen eher zufällig auf das Thema Gewicht und irgendwann erzählte sie mir, dass sie sich seit der Geburt ihres Kindes in ihrem Körper nicht mehr richtig wohlfühlt.

Sie möchte abnehmen.

Dieser Wunsch allein wäre noch keine ungewöhnliche Geschichte. Interessant wurde es, als sie mir beschrieb, wie ihre bisherigen Versuche aussehen.

Sie beginnt motiviert, achtet auf ihre Ernährung und nimmt sich vor, wieder mehr Bewegung in ihren Alltag zu bringen. Dann schläft das Baby schlecht. Die Nacht wird kurz, der nächste Morgen beginnt viel zu früh und plötzlich besteht der Tag nicht mehr aus einem Ernährungsplan, sondern daraus, irgendwie durchzukommen. Gegessen wird, wenn gerade Zeit dafür ist. Manchmal vernünftig, manchmal schnell nebenbei. Bewegung bedeutet Kinderwagen, Einkäufe und die hundert kleinen Dinge, die erledigt werden müssen. Und wenn am Abend endlich Ruhe eingekehrt ist, fehlt für Sport nicht nur die Zeit, sondern schlicht die Kraft.

Irgendwann sagte sie einen Satz, bei dem ich sofort an meine eigenen früheren Versuche denken musste:

„Ich schaffe es einfach nicht, konsequent zu bleiben.“

Genau diesen Satz habe ich später Arlett erzählt.

Ihre Reaktion kam sofort.

„Dann hör bitte als Erstes auf, ihr einzureden, sie hätte zu wenig Disziplin.“

Ich hatte ihr gar nichts eingeredet. Aber ich wusste natürlich, was Arlett meinte.

Eine Schwangerschaft und die Zeit danach verändern nicht nur einen Körper. Sie verändern einen ganzen Tagesablauf. Schlaf, Mahlzeiten, Bewegung, Arbeit, Partnerschaft und die Zeit, die vorher selbstverständlich für einen selbst vorhanden war, müssen plötzlich um einen kleinen Menschen herum organisiert werden. Wer diese Situation ausschließlich auf die Frage reduziert, warum die zusätzlichen Kilos noch nicht verschwunden sind, macht es sich ziemlich einfach.

Stress spielt dabei durchaus eine Rolle. Aber Arlett war wichtig, dass wir daraus keine einfache Gleichung machen: Stress gleich Gewichtszunahme. So funktioniert der menschliche Körper nicht.

Chronischer Stress kann unter anderem Schlaf, Appetit und Essverhalten beeinflussen. Noch offensichtlicher wird es im normalen Alltag einer jungen Familie. Wer übermüdet ist und ständig unter Zeitdruck steht, plant Mahlzeiten anders, bewegt sich möglicherweise weniger gezielt und hat oft schlicht weniger Kraft, sich permanent mit seiner Ernährung zu beschäftigen. Dazu kommt, dass der Körper nach Schwangerschaft und Geburt Zeit zur Erholung braucht.

Das alles bedeutet nicht, dass eine Gewichtsabnahme unmöglich ist. Es bedeutet nur, dass die Voraussetzungen andere sind.

Genau darüber wollte ich anschließend mit Marco sprechen.

Ich fragte ihn: „Wie soll Glyck denn bei jemandem funktionieren, der gar keinen geregelten Alltag hat?“

Die Frage gefiel ihm.

Denn seine Antwort war nicht, dass diese junge Mutter einfach Glyck nehmen und anschließend automatisch abnehmen würde. Im Gegenteil. Er sagte, dass gerade in solchen Situationen die Struktur entscheidend sei. Wenn ein Konzept zusätzliche komplizierte Regeln, ständiges Abwiegen oder einen Tagesablauf verlangt, der mit einem Baby überhaupt nicht vereinbar ist, wird es für viele Menschen kaum dauerhaft funktionieren.

Das brachte uns zu einem Punkt, den ich inzwischen aus meiner eigenen Geschichte ziemlich gut kenne.

Glyck kann die Voraussetzung für eine Gewichtsabnahme nicht ersetzen. Wer Körpergewicht verlieren möchte, benötigt über die Zeit eine negative Energiebilanz. Auch ein Produkt kann diese grundlegende Voraussetzung nicht außer Kraft setzen. Die interessantere Frage ist deshalb, ob es gelingt, eine Ernährungsstruktur aufzubauen, die im wirklichen Leben durchzuhalten ist.

Und das wirkliche Leben einer jungen Mutter sieht eben anders aus als das eines Menschen, der morgens acht Stunden geschlafen hat, in Ruhe frühstückt und anschließend entscheidet, wann er zum Sport geht.

An diesem Punkt meldete sich Arlett noch einmal mit einem wichtigen Einwand. Bevor nach einer Schwangerschaft überhaupt über Produkte oder eine gezielte Gewichtsreduktion gesprochen wird, muss die individuelle Situation berücksichtigt werden. Wie lange liegt die Geburt zurück? Stillt die Mutter? Wie geht es ihr gesundheitlich? Gibt es Beschwerden oder besondere medizinische Umstände?

Gerade während der Stillzeit gehört deshalb die individuelle Beratung für sie unbedingt dazu. Ein Nahrungsergänzungsmittel oder Abnehmkonzept sollte nicht einfach deshalb begonnen werden, weil es bei jemand anderem funktioniert hat.

Das fand ich wichtig.

Denn vielleicht ist genau das der Unterschied zwischen einer Abnehmwerbung und einer vernünftigen Begleitung.

Wir müssen dieser jungen Mutter nicht versprechen, dass ihre Schwangerschaftskilos möglichst schnell verschwinden.

Vielleicht müssen wir ihr zunächst etwas ganz anderes sagen:

Du hast gerade ein Kind bekommen. Dein Leben hat sich vollständig verändert. Jetzt geht es nicht darum, deinen Körper möglichst schnell wieder in seinen früheren Zustand zu bringen.

Es geht darum, einen neuen Alltag zu finden, in dem irgendwann auch wieder Platz für dich selbst entsteht.

Und wenn dieser Moment gekommen ist, kann man gemeinsam überlegen, welche Ernährung sinnvoll ist, wie Bewegung wieder ihren Platz findet und ob Glyck in dieses Konzept passt.

Ich habe der jungen Mutter später noch einmal geschrieben.

Nicht mit einem Diätplan.

Nicht mit einer Zahl auf der Waage, die sie erreichen sollte.

Sondern mit einer Frage:

„Was wäre die kleinste Veränderung, die du momentan wirklich jeden Tag schaffen könntest?“

Ihre Antwort kam ziemlich schnell.

„Wieder richtig frühstücken.“

Vielleicht beginnen wir genau dort.

Nicht perfekt.

Aber endlich an einem Punkt, der zu ihrem Leben passt.