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Warum viele abends scheitern – obwohl das Problem viel früher beginnt

Wenn ich an frühere Abnehmversuche zurückdenke, war der Abend fast immer mein größtes Problem. Tagsüber hatte ich oft das Gefühl, alles ganz gut im Griff zu haben. Morgens zurückhaltend, mittags bewusst, zwischendurch vielleicht nur eine Kleinigkeit – und trotzdem kam abends regelmäßig dieser Moment, in dem plötzlich alles gekippt ist.

Damals dachte ich immer, mir würde einfach Disziplin fehlen. Ich war überzeugt davon, dass ich „abends schwach werde“. Je mehr ich mich inzwischen mit dem Thema beschäftige, desto mehr merke ich aber, dass der Abend meistens gar nicht der eigentliche Auslöser ist. Er zeigt nur, was vorher schon schiefgelaufen ist.

Darüber habe ich in den letzten Tagen länger mit Arlett gesprochen. Sie meinte ziemlich schnell, dass genau dieses Muster unglaublich häufig vorkommt. Viele Menschen essen tagsüber zu wenig oder vor allem zu unstrukturiert. Morgens nur schnell einen Kaffee, mittags irgendetwas nebenbei und zwischendurch ständig kleine Snacks, die nie richtig satt machen. Der Körper läuft dadurch den ganzen Tag in einer Art Unruhe, ohne dass man es bewusst merkt.

Und genau abends kommt dann die Rechnung.

Man sitzt endlich ruhig, der Stress lässt nach, und plötzlich meldet sich alles gleichzeitig. Hunger, Müdigkeit, Gereiztheit – und oft auch das Bedürfnis, sich „etwas zu gönnen“, weil der Tag anstrengend war. Arlett meinte, dass viele genau diesen Moment falsch interpretieren. Sie denken, sie hätten abends ein Problem, dabei beginnt es oft viele Stunden früher.

Das hat ehrlich gesagt ziemlich gut auf mich gepasst.

Früher habe ich oft versucht, abends einfach härter zu mir zu sein. Weniger essen, konsequenter bleiben, mehr Kontrolle. Funktioniert hat das nie lange. Weil das Problem nicht fehlende Disziplin war, sondern ein Tagesablauf, der meinen Körper ständig aus dem Gleichgewicht gebracht hat.

Marco hat das in einem Gespräch ziemlich treffend formuliert: „Der Abend zeigt meistens nur, wie der Tag aufgebaut war.“

Seitdem achte ich viel stärker darauf, wie stabil mein Tag insgesamt läuft. Regelmäßiger essen, mehr Ruhe reinbringen und vor allem diese ständigen Schwankungen vermeiden. Genau dort hilft mir inzwischen auch Glyck. Nicht, weil dadurch plötzlich kein Hunger mehr da wäre, sondern weil ich deutlich weniger in diese typischen Nachmittags- und Abendphasen rutsche, in denen früher alles eskaliert ist.

Der Unterschied ist gar nicht so spektakulär, wie ich früher gedacht hätte. Es geht nicht darum, niemals Hunger zu haben oder perfekt zu essen. Es geht eher darum, dass der Tag insgesamt gleichmäßiger läuft und ich nicht mehr ständig gegen dieses Gefühl ankämpfen muss, sofort etwas essen zu müssen.

Und genau das war wahrscheinlich mein größter Denkfehler früher: Ich habe immer versucht, den Abend zu kontrollieren, obwohl ich eigentlich meinen gesamten Tag hätte verändern müssen.