Skip to main content

Warum viele trotz gesunder Ernährung zunehmen – und woran es im Alltag oft wirklich liegt

Je länger ich mich mit dem Thema beschäftige, desto mehr merke ich, wie viele Dinge ich früher komplett falsch eingeschätzt habe. Ich war lange überzeugt davon, dass „gesund essen“ automatisch bedeutet, abzunehmen. Wenn etwas hochwertig klingt, natürlich wirkt oder allgemein als gesund gilt, kann es ja nicht das Problem sein – dachte ich zumindest.

Genau darüber habe ich in den letzten Tagen länger mit Arlett gesprochen, und ehrlich gesagt war das eines der Gespräche, bei denen man plötzlich merkt, wie stark Wahrnehmung und Realität auseinanderliegen können.

Sie hat mir erzählt, dass sie genau dieses Thema ständig in der Apotheke erlebt. Menschen kommen rein und sagen, dass sie doch eigentlich gesund essen. Morgens ein Smoothie, zwischendurch Nüsse, nachmittags vielleicht ein Müsliriegel oder ein Saft. Keine klassische „schlechte Ernährung“ – und trotzdem bewegt sich das Gewicht nicht.

Arlett musste darüber ein wenig lachen und meinte dann ziemlich direkt: „Gesund heißt nicht automatisch kalorienarm.“

Und genau das war der Punkt.

Viele achten auf die Qualität der Lebensmittel, verlieren aber völlig den Überblick darüber, wie viel Energie über den Tag tatsächlich zusammenkommt. Gerade diese kleinen Dinge nebenbei werden massiv unterschätzt. Eine Handvoll Nüsse hier, ein Kaffee mit Milch dort, ein vermeintlich gesunder Snack zwischendurch – alles für sich genommen harmlos, aber in der Summe oft genau der Grund, warum kein Kaloriendefizit entsteht.

Das Spannende war, dass wir dabei kaum über klassische „Diäten“ gesprochen haben. Es ging viel mehr darum, wie unstrukturiert viele Menschen essen, ohne es überhaupt zu merken. Man isst nicht unbedingt zu große Mahlzeiten, sondern ständig kleine Dinge nebenbei. Und genau dadurch bleibt der Körper permanent beschäftigt, während man selbst das Gefühl hat, eigentlich gar nicht viel gegessen zu haben.

Ich habe mich darin leider ziemlich wiedererkannt.

Früher war ich genauso. Ich dachte oft, ich esse doch eigentlich normal. Wenn ich ehrlich zurückblicke, bestand mein Problem aber weniger aus großen Mahlzeiten als aus diesen vielen Kleinigkeiten, die sich über den Tag summiert haben. Genau deshalb hilft mir Struktur inzwischen deutlich mehr als irgendwelche komplizierten Regeln.

Marco hat das in einem Gespräch ziemlich einfach zusammengefasst: „Struktur schlägt Perfektion.“

Das klingt erstmal simpel, trifft aber genau den Kern. Es geht nicht darum, jeden Tag alles perfekt zu machen oder ständig neue Ernährungstrends auszuprobieren. Viel wichtiger ist, überhaupt erstmal Ruhe in den Alltag zu bekommen und diese typischen Zwischenphasen in den Griff zu kriegen.

Und genau dort merke ich inzwischen auch den Unterschied mit Glyck. Nicht, weil dadurch plötzlich alles automatisch funktioniert, sondern weil ich deutlich weniger in diese alten Muster zurückfalle. Weniger spontane Snacks, weniger dieses Gefühl, ständig irgendetwas zu brauchen. Der Tag läuft gleichmäßiger, und genau dadurch entsteht am Ende überhaupt erst ein echtes Kaloriendefizit.

Das war für mich wahrscheinlich die wichtigste Erkenntnis der letzten Wochen: Abnehmen scheitert selten an fehlendem Wissen. Die meisten wissen ziemlich genau, was gesund ist. Das eigentliche Problem ist der Alltag dazwischen – und die vielen kleinen Entscheidungen, die man oft gar nicht bewusst wahrnimmt.

Vielleicht fühlt sich das Ganze deshalb inzwischen auch weniger wie eine Diät an. Es geht nicht mehr darum, kurzfristig irgendetwas wegzulassen, sondern endlich zu verstehen, warum die alten Muster überhaupt entstanden sind.