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Männer stresst die Arbeit, Frauen der eigene Anspruch

Heute ist mir etwas aufgefallen, das eigentlich ganz banal klingt und trotzdem ziemlich viel erklärt. Mein Mann kam von der Arbeit nach Hause, hat sich hingesetzt und gesagt: „Was für ein Tag.“ Danach war das Thema erledigt. Essen, ein bisschen Fernsehen, Feierabend.

Bei mir läuft das anders. Arbeit ist nur ein Teil vom Kopf. Danach kommt sofort alles andere. Was steht morgen an? Was fehlt im Haushalt? Habe ich genug getrunken? War das Essen heute in Ordnung? Habe ich mich an meinen Plan gehalten oder nicht ganz? Und dann natürlich die Frage: Funktioniert das Abnehmen wirklich so, wie ich mir das vorstelle?

Ich glaube inzwischen, dass viele Frauen genau daran scheitern – nicht am Essen, sondern am eigenen Anspruch. Alles soll gleichzeitig klappen. Familie, Alltag, Organisation und nebenbei bitte noch diszipliniert abnehmen. Und am besten so, dass es niemandem zur Last fällt.

Früher hat mich das oft ausgebremst. Wenn ein Tag nicht perfekt lief, war ich schnell frustriert. Dann kam dieses Gefühl, dass alles nichts bringt. Genau das hat viele meiner früheren Versuche beendet, lange bevor sie richtig begonnen hatten.

Heute gehe ich anders damit um. Nicht weil ich plötzlich ein entspannter Mensch geworden wäre – ganz bestimmt nicht. Aber ich habe gelernt, dass ein normaler Tag auch reichen kann. Es muss nicht alles perfekt sein, damit etwas funktioniert.

Mein Mann sieht das viel einfacher. Für ihn ist Abnehmen eine ziemlich klare Rechnung: weniger essen, mehr bewegen, fertig. Ich beneide diese Denkweise manchmal. Gleichzeitig weiß ich, dass mein Weg komplizierter ist, weil ich ständig mit mir selbst diskutiere.

Interessant ist, dass genau dieser innere Druck oft größer ist als alles andere. Niemand zwingt mich, perfekt zu sein. Niemand kontrolliert jeden Bissen. Aber im Kopf läuft ständig eine Art Bewertungssystem mit.

Und vielleicht ist genau das der Grund, warum echte Veränderungen länger dauern. Gewohnheiten ändern sich langsam, und der Kopf braucht noch länger. Der Anspruch verschwindet nicht einfach, er wird nur leiser.

Ich merke aber auch, dass sich etwas verschiebt. Früher wollte ich alles gleichzeitig schaffen. Jetzt reicht es mir öfter, einfach dranzubleiben. Nicht spektakulär, nicht perfekt, aber konstant.

Vielleicht ist genau das der Unterschied zwischen einem kurzen Versuch und einer echten Veränderung: weniger Druck und mehr Alltag. Und vielleicht haben Männer es da manchmal wirklich einfacher – Arbeit fertig, Kopf frei.

Ganz sicher bin ich mir aber nicht. Vielleicht sieht es von außen nur so aus. Vielleicht hat jeder seinen eigenen Stress. Nur meiner sitzt meistens direkt zwischen den Ohren.