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ICH WOLLTE EIGENTLICH NUR ABNEHMEN

Als ich mit Glyck angefangen habe, war mein Ziel ziemlich eindeutig: Ich wollte abnehmen.

Nicht mein Leben neu erfinden, nicht plötzlich Expertin für Ernährung werden und schon gar nicht morgens um sechs begeistert in Sportkleidung durch den Park laufen. Ich wollte einfach ein paar Kilo loswerden, mich wieder wohler fühlen und irgendwann vor meinem Kleiderschrank stehen, ohne jedes Kleidungsstück danach zu beurteilen, was es möglichst geschickt versteckt.

Das war der Anfang.

Seitdem ist einiges passiert. Ich habe abgenommen, wieder zugenommen, mich über die Waage gefreut und über dieselbe Waage geärgert. Ich habe gelernt, dass Hunger und Appetit zwei verschiedene Dinge sein können, dass ein schlechter Tag nicht automatisch eine schlechte Woche bedeutet und dass mein Bauch offenbar überhaupt kein Interesse daran hat, meine persönlichen Vorstellungen von einer sinnvollen Reihenfolge beim Abnehmen zu berücksichtigen.

Vor allem aber habe ich irgendwann gemerkt, dass sich eine andere Frage eingeschlichen hat.

Was passiert eigentlich, wenn Abnehmen nicht mehr das einzige Ziel ist?

Denn ich bin 47. Ich habe einen Mann, zwei Kinder, Arbeit, Termine, Freunde, Stress, gute Tage und Tage, an denen ich am liebsten meine Ruhe hätte. Ich möchte essen gehen, Urlaub machen, ein Glas Wein trinken, morgens manchmal länger schlafen und nicht jedes Stück Kuchen in eine mathematische Gleichung verwandeln.

Und genau deshalb möchte ich hier etwas verändern.

Nicht, weil meine Geschichte mit dem Abnehmen beendet wäre. Im Gegenteil. Aber weil ich inzwischen glaube, dass sie interessanter wird, wenn wir aufhören, Gesundheit ausschließlich in Kilogramm zu messen.

Glyck war der Anfang – aber nicht das ganze Leben

Glyck bleibt dabei Teil meiner Geschichte. Schließlich hat genau damit vieles angefangen. Es hat mir geholfen, Struktur in mein Abnehmen zu bringen und mich überhaupt intensiver damit auseinanderzusetzen, wann ich esse, warum ich esse und wie sehr Gewohnheiten meinen Alltag bestimmen.

Aber selbst das beste Konzept kann mir eine Entscheidung nicht abnehmen: Was mache ich anschließend daraus?

Irgendwann muss aus einer Phase des Abnehmens ein Alltag werden. Und dieser Alltag besteht nun einmal nicht nur aus Kaloriendefizit und Waage. Er besteht aus Schlaf und Stress, Bewegung und Genuss, Motivation und Bequemlichkeit. Aus Wechseljahren, Familienessen, Restaurantbesuchen, schlechten Nachrichten und Geburtstagskuchen.

Vielleicht liegt genau dort die viel spannendere Geschichte.

Denn natürlich möchte ich mein Gewicht halten und vielleicht noch das eine oder andere verändern. Aber ich möchte nicht mein restliches Leben mit dem Gefühl verbringen, entweder gerade erfolgreich Diät zu halten oder daran gescheitert zu sein.

Ich möchte herausfinden, wie man leichter lebt, ohne dass das Leben dabei ständig ums Abnehmen kreist.

Und dabei brauche ich jemanden, der mir gelegentlich sagt, wenn ich Unsinn denke.

Zum Glück habe ich Arlett.

Auch Arlett verändert sich

Vielleicht passt es deshalb ganz gut, dass nicht nur ich gerade an einem neuen Punkt angekommen bin.

Auch Arlett möchte künftig anders auftreten. Natürlich bleibt sie Apothekerin. Aber vielleicht ist genau das heute wichtiger als lange Zeit zuvor.

Denn an Gesundheitsinformationen mangelt es uns wirklich nicht. Mein Handy liefert mir jeden Tag mehr davon, als ich jemals lesen könnte. Der eine erklärt mir, warum Kohlenhydrate mein Problem sind, der nächste warnt vor Zucker, der dritte empfiehlt irgendein Pulver, und kurz darauf erzählt mir jemand, welche fünf Symptome angeblich beweisen, dass mir unbedingt irgendein Vitamin fehlt.

Das Problem ist längst nicht mehr, Informationen zu bekommen.

Das Problem ist herauszufinden, worauf ich mich verlassen kann.

Und genau darin soll Arlett künftig eine größere Rolle spielen.

Nicht als erhobener pharmazeutischer Zeigefinger und auch nicht als jemand, der mir vorschreibt, wie ich zu leben habe. Sondern als Apothekerin, die Dinge einordnet. Die erklärt, was wir tatsächlich wissen, wo ein Gesundheitsversprechen übertrieben wird und wann aus einem harmlosen Trend vielleicht doch ein Problem werden kann.

Manchmal wird ihre Antwort wahrscheinlich weniger spektakulär sein als das, was mir Instagram verspricht. Dafür möchte ich mich darauf verlassen können.

Ich finde, das ist ein ziemlich guter Tausch.

Nicht jeder Trend macht uns gesünder

Das wird auch bedeuten, dass wir hier künftig über Dinge sprechen, die auf den ersten Blick vielleicht gar nicht unmittelbar mit meiner Waage zu tun haben.

Was macht Stress mit meinem Essverhalten? Was verändert sich in den Wechseljahren tatsächlich? Brauche ich Nahrungsergänzungsmittel? Wie wichtig ist Schlaf, wenn ich mein Gewicht halten möchte? Was bringen Eiweißprodukte wirklich? Wann ist „zuckerfrei“ tatsächlich besser? Welche Gesundheitsversprechen im Internet sind plausibel – und welche einfach gutes Marketing?

Und natürlich werden wir weiterhin darüber sprechen, warum das Gewicht plötzlich stehen bleibt, weshalb ich abends Appetit bekomme, warum Männer manchmal scheinbar nur ein Brötchen weglassen müssen und zwei Kilo verlieren und weshalb mein Körper gelegentlich vollkommen andere Vorstellungen von Fortschritt hat als ich.

Das Abnehmen verschwindet also nicht.

Es bekommt nur Gesellschaft.

Denn vielleicht habe ich mich am Anfang zu sehr auf eine Zahl konzentriert. Heute interessiert mich viel mehr, was passiert, wenn ich das, was ich beim Abnehmen gelernt habe, tatsächlich in mein Leben mitnehme.

Ein Neuanfang, ohne wieder bei null anzufangen

Das gefällt mir an diesem neuen Abschnitt besonders.

Ich fange nicht wieder von vorne an.

Alles, was bisher passiert ist, gehört dazu. Glyck gehört dazu. Die Erfolge gehören dazu. Die Tage, an denen überhaupt nichts funktioniert hat, ebenfalls. Und natürlich bleibt Arlett Teil dieser Geschichte.

Nur unsere Gespräche werden größer.

Ich werde weiterhin diejenige sein, die Fragen stellt, Dinge ausprobiert, sich gelegentlich irrt und wahrscheinlich auch weiterhin der Meinung ist, dass manche gesundheitlichen Empfehlungen wesentlich leichter ausgesprochen als im wirklichen Leben umgesetzt werden.

Arlett bekommt dagegen eine klarere Aufgabe: Sie soll erklären, einordnen und auch widersprechen. Gerade bei Gesundheitsthemen möchte ich künftig stärker unterscheiden zwischen Dingen, die gerade irgendwo behauptet werden, und Dingen, auf die ich mich tatsächlich verlassen kann.

Vielleicht ist das am Ende sogar die wichtigste Veränderung.

Als ich angefangen habe, wollte ich leichter werden.

Heute möchte ich leichter leben.

Dazu gehört mein Gewicht. Aber eben auch alles andere.

Und genau darum soll es ab jetzt hier gehen.