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„NICOLE, WIE VIEL HAST DU EIGENTLICH SCHON ABGENOMMEN?“

In den letzten Wochen ist mir etwas aufgefallen. Je sichtbarer meine Veränderung wird, desto häufiger bekomme ich dieselbe Frage gestellt.

„Nicole, wie viel hast du eigentlich schon abgenommen?“

Manchmal kommt sie neugierig, manchmal anerkennend und manchmal fast ein wenig vorsichtig. Es ist eine völlig verständliche Frage, denn beim Abnehmen denken wir fast automatisch in Kilogramm. Die Zahl auf der Waage scheint der Maßstab für Erfolg zu sein.

Früher hätte ich wahrscheinlich genauso gedacht. Ich hätte sofort die Zahl genannt und wäre überzeugt gewesen, dass sie alles über meinen Weg aussagt.

Heute zögere ich.

Nicht, weil ich die Antwort nicht geben möchte, sondern weil ich inzwischen merke, dass sie nur einen kleinen Teil der Wahrheit erzählt.

Natürlich freue ich mich über jedes verlorene Kilogramm. Es wäre unehrlich, etwas anderes zu behaupten. Schließlich habe ich diesen Weg begonnen, um Gewicht zu verlieren und gesünder zu leben. Aber wenn ich ehrlich bin, haben sich die größten Veränderungen an ganz anderen Stellen abgespielt.

Ich schlafe besser.

Ich bin morgens fitter.

Treppen bringen mich nicht mehr sofort aus der Puste.

Ich denke viel seltener darüber nach, wann ich endlich wieder etwas essen darf.

Und vor allem: Ich habe aufgehört, mein Leben in Diäten einzuteilen.

Früher gab es immer einen Anfang und ein Ende. Vor dem Urlaub wurde diszipliniert gelebt, danach begann der nächste Vorsatz. Nach Weihnachten sollte alles anders werden. Nach Ostern auch. Nach jedem Rückschlag fing ich wieder von vorne an.

Heute habe ich das Gefühl, dass ich gar nicht mehr ständig neu anfangen muss.

Als ich Arlett erzählte, dass mich diese Frage inzwischen nachdenklich macht, nickte sie sofort.

„Das ist ganz typisch“, sagte sie. „Die Waage misst das Gewicht. Aber sie misst weder neue Gewohnheiten noch mehr Lebensqualität.“

Dieser Satz hat mich beschäftigt.

Denn eigentlich hat sie recht. Niemand würde auf die Idee kommen, Gesundheit nur an einer einzigen Zahl festzumachen. Blutdruck, Blutzucker, Fitness, Beweglichkeit, Schlaf oder Wohlbefinden – all das gehört ebenfalls dazu. Warum sollte das beim Abnehmen anders sein?

Natürlich bleibt das Gewicht ein wichtiges Ziel. Es wäre falsch, so zu tun, als spiele die Waage keine Rolle. Aber sie entscheidet eben nicht allein darüber, ob ich auf dem richtigen Weg bin.

Vielleicht ist genau das die größte Veränderung der letzten Monate.

Früher hätte ich auf die Frage „Wie viel hast du schon abgenommen?“ einfach eine Zahl genannt.

Heute würde ich wahrscheinlich antworten:

„Genug, um mein Leben anders zu sehen – aber noch nicht genug, um aufzuhören.“

Und genau deshalb freue ich mich über jede Frage aus der Community. Sie zeigt mir, dass viele Menschen diesen Weg mitgehen. Vielleicht nicht, weil sie wissen möchten, wie viele Kilogramm ich verloren habe. Sondern weil sie sich fragen, ob eine dauerhafte Veränderung wirklich möglich ist.

Ich glaube inzwischen: Ja.

Nicht von heute auf morgen.

Nicht ohne Rückschläge.

Aber Schritt für Schritt.

Und vielleicht ist genau das die Antwort, die hinter der eigentlichen Frage steckt.