Zum Hauptinhalt springen

Warum Abnehmen mehr ist als nur weniger Essen – und warum es im Alltag oft scheitert

Wenn ich ehrlich bin, habe ich mir das Thema lange zu einfach gemacht. Weniger essen, ein bisschen aufpassen – dann müsste es doch funktionieren. Rein logisch stimmt das ja auch. Ein Kaloriendefizit ist die Grundlage, daran führt kein Weg vorbei. Nur merkt man ziemlich schnell, dass diese Logik im Alltag nicht sauber aufgeht.

Ich habe in den letzten Tagen länger mit Arlett darüber gesprochen, nicht nur kurz zwischendurch, sondern wirklich mal in Ruhe. Ich habe ihr beschrieben, dass ich meine Mahlzeiten inzwischen gut im Griff habe, dass Struktur da ist und ich genau weiß, was ich tue – und trotzdem gibt es diese Phasen, in denen es nicht rund läuft. Es ist kein klassischer Hunger, eher so ein Zustand, den man schwer greifen kann. Man wird unruhig, die Konzentration lässt nach, und irgendwann kommt dieser Gedanke, dass jetzt irgendetwas gebraucht wird, ohne dass man klar sagen könnte, was eigentlich fehlt.

Sie hat mich einfach erzählen lassen und dann ziemlich ruhig eingeordnet, dass genau das der Punkt ist, an dem es bei vielen kippt. Nicht am Anfang, nicht bei den großen Entscheidungen, sondern genau in diesen unscheinbaren Momenten dazwischen. Der Körper kommt mit einem Defizit grundsätzlich klar, aber der Kopf zieht nicht dauerhaft mit, wenn man ihn komplett außen vor lässt. Und genau das sieht sie wohl jeden Tag: Menschen, die eigentlich alles richtig machen und trotzdem nicht weiterkommen, weil sie in diesen Phasen wieder anfangen, spontan zu reagieren statt bewusst zu entscheiden.

Ich habe bisher immer gedacht, ich müsste nur konsequenter werden, noch sauberer essen, noch disziplinierter sein. Aber vielleicht ist genau das der falsche Ansatz. Nicht mehr Druck, sondern ein System, das mich durch diese Phasen bringt, ohne dass ich jedes Mal neu entscheiden muss.

Und genau da kommt für mich Glyck ins Spiel. Nicht als Ersatz für irgendetwas und auch nicht als „Trick“, um weniger zu essen, sondern als etwas, das mir hilft, diese Unruhe gar nicht erst so stark entstehen zu lassen. Seit ich das wieder bewusst eingebaut habe, merke ich, dass der Tag gleichmäßiger läuft. Ich habe nicht mehr dieses ständige Hin und Her im Kopf, dieses „jetzt noch schnell etwas“, sondern bleibe eher bei dem, was ich mir vorgenommen habe.

Das ist kein spektakulärer Effekt, nichts, was man sofort sieht oder messen kann. Aber es verändert den Verlauf des Tages. Und genau darum geht es am Ende. Nicht um einzelne perfekte Entscheidungen, sondern darum, wie sich viele kleine Situationen über Stunden hinweg entwickeln.

Vielleicht ist das der Punkt, den ich früher unterschätzt habe. Abnehmen ist nicht nur eine Frage von Wissen oder Disziplin, sondern davon, wie gut man seinen Alltag organisiert bekommt. Und dazu gehört eben nicht nur, was ich esse, sondern auch, wie ich durch diese Zwischenphasen komme, in denen ich früher regelmäßig aus der Spur geraten bin.

Ich habe für mich verstanden, dass ein Kaloriendefizit die Grundlage ist. Daran führt kein Weg vorbei. Aber dieses Defizit muss ich auch aushalten können, und zwar nicht nur theoretisch, sondern im ganz normalen Alltag, mit Arbeit, Stress und allem, was dazugehört. Wenn genau das nicht funktioniert, bringt mir die beste Ernährung nichts.

Das Gespräch mit Arlett hat mir deshalb weniger neue Regeln gegeben, sondern eher einen anderen Blick auf das Ganze. Es geht nicht darum, alles perfekt zu machen, sondern darum, ein System zu haben, das auch dann funktioniert, wenn es eben nicht perfekt läuft. Und genau das fühlt sich im Moment deutlich realistischer an als alles, was ich vorher ausprobiert habe.