Tag 7 – Die Frage, die irgendwann kommen musste
Heute ist es passiert. Die erste Reaktion aus dem Umfeld. Nicht laut, nicht offiziell, eher so nebenbei, zwischen Tür und Angel. „Sag mal … hast du abgenommen?“
Ich habe kurz überlegt und dann zurückgefragt: „Oder nennst du mich gerade rückwirkend dick?“
Das Lachen kam sofort, ein bisschen verlegen, ein bisschen ehrlich. Genau so, wie solche Gespräche eben laufen.
Eigentlich war es ein ganz normaler Tag. Einkaufen, ein paar Erledigungen, später Kaffee. Nichts Besonderes. Aber offensichtlich reicht es inzwischen, dass ich mich anders bewege, anders sitze, vielleicht auch anders auftrete. Manchmal sind es nicht die Kilos, die auffallen, sondern die Haltung.
Interessant fand ich, dass danach direkt relativiert wurde. „Nein, so meinte ich das nicht, du warst ja nie dick.“ Genau das ist dieser Moment, in dem man merkt, wie schwierig dieses Thema für alle ist. Niemand will etwas Falsches sagen, und trotzdem sagt man irgendwas.
Für mich war es okay. Ich habe gemerkt, dass es mich nicht triggert. Früher hätte ich wahrscheinlich den ganzen Tag darüber nachgedacht. Heute nicht. Ich weiß, was ich tue, und warum ich es tue.
Arlett sagte mir mal, dass solche Kommentare früher kommen, als man denkt. Nicht, weil schon viel passiert ist, sondern weil man selbst präsenter wirkt. Vielleicht ist da etwas dran.
Der Rest des Tages lief ruhig weiter. Trinken, Essen, Alltag. Glyck läuft mit, ohne dass ich ständig darüber nachdenke. Genau das macht es gerade so angenehm.
Fazit Tag 7: Die Frage kam. Ich konnte lachen. Und das fühlt sich wie ein kleiner / grosser Fortschritt an – ganz unabhängig von Zahlen.