VITAMIN-A-MANGEL
Kurzdefinition
Vitamin A ist ein fettlösliches Vitamin, das insbesondere für das Sehen, die Haut und Schleimhäute, das Immunsystem sowie Wachstum und Zellteilung benötigt wird. Der Körper kann Vitamin A speichern, vor allem in der Leber.
Was passiert bei einem Mangel im Körper?
Fehlt Vitamin A über längere Zeit, können vor allem Augen, Haut und Schleimhäute beeinträchtigt werden. Besonders charakteristisch ist eine Verschlechterung des Sehens bei Dunkelheit. Bei einem schweren Mangel können dauerhafte Schäden am Auge entstehen.
Typische Mangelerscheinungen
– Nachtblindheit
– trockene Augen
– trockene und verhornte Haut
– erhöhte Infektanfälligkeit
– verzögerte Wundheilung
– bei ausgeprägtem Mangel Sehstörungen bis hin zu Augenschäden
Wer besonders gefährdet ist
– Menschen mit chronischen Darmerkrankungen
– Personen mit Fettverdauungs- oder Fettaufnahmestörungen
– Menschen mit Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse oder Leber
– Personen nach bestimmten Operationen des Magen-Darm-Traktes
– Menschen mit ausgeprägter Mangelernährung
Referenzwerte / Richtwerte
Der tägliche Bedarf wird bei Erwachsenen in Retinolaktivitätsäquivalenten angegeben und liegt ungefähr bei 700 bis 850 Mikrogramm RAE pro Tag, abhängig unter anderem von Alter und Geschlecht.
Der Körper kann außerdem Beta-Carotin aus pflanzlichen Lebensmitteln in Vitamin A umwandeln.
Ernährung bei Vitamin-A-Mangel
Besonders gute Quellen sind:
– Leber
– Eigelb
– Milchprodukte
– Karotten
– Süßkartoffeln
– Spinat
– Grünkohl
Tierische Lebensmittel liefern direkt verwertbares Vitamin A. Pflanzliche Lebensmittel enthalten vor allem Vorstufen wie Beta-Carotin.
Grenzen, Risiken und Irrtümer
Nicht jede trockene Haut oder Sehschwäche ist auf einen Vitamin-A-Mangel zurückzuführen. Gerade Nachtblindheit und andere auffällige Sehstörungen sollten augenärztlich abgeklärt werden.
Ein häufiger Irrtum:
Bei Vitaminen könne eine hohe Dosierung grundsätzlich nicht schaden. Vitamin A zeigt besonders deutlich, warum das falsch ist. Als fettlösliches Vitamin kann es sich im Körper anreichern und bei übermäßiger Einnahme gesundheitsschädlich werden.
Besondere Vorsicht gilt in der Schwangerschaft: Hochdosierte Vitamin-A-Präparate sollten nicht eigenmächtig eingenommen werden.
Apotheker-Einordnung
Vitamin A ist ein gutes Beispiel dafür, warum zwischen „lebenswichtig“ und „viel hilft viel“ unterschieden werden muss. Ein echter Mangel ist in Deutschland bei ausgewogener Ernährung eher selten, kann bei bestimmten Erkrankungen jedoch durchaus auftreten. Gleichzeitig kann eine Überdosierung problematisch sein. Nahrungsergänzung sollte deshalb auch bei Vitaminen nicht nach dem Motto erfolgen: sicherheitshalber ein bisschen mehr.