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MEDIKAMENTE IM URLAUB GUT VORBEREITET STATT BÖSE ÜBERRASCHT

Der Koffer steht geöffnet auf dem Bett. Die Kleidung ist längst eingeräumt, die Sonnencreme liegt bereit und auch an das Ladegerät wurde gedacht. Kurz bevor der Reißverschluss geschlossen wird, fällt der Blick noch einmal auf den Badezimmerschrank.

„Die Medikamente!“

Für viele beginnt genau in diesem Moment die eigentliche Reisevorbereitung. Die Blutdrucktabletten werden schnell eingepackt, das Asthmaspray verschwindet zwischen den T-Shirts und die Schilddrüsentabletten finden gerade noch einen Platz in der Kulturtasche. Hauptsache, sie sind dabei.

Doch genau hier beginnt ein Fehler, den wir in der Apotheke gerade während der Ferienzeit immer wieder beobachten.

Viele Menschen machen sich Gedanken darüber, ob sie ihre Medikamente mitnehmen. Deutlich seltener überlegen sie, wie sie transportiert und gelagert werden sollten.

Dabei können hohe Temperaturen die Stabilität einzelner Arzneimittel erheblich beeinflussen. Ein Auto, das mehrere Stunden in der Sonne steht, erreicht im Innenraum Temperaturen von weit über 50 Grad. Für zahlreiche Medikamente ist das alles andere als ideal. Auch Hotelzimmer ohne Klimaanlage oder ein Koffer, der stundenlang am Strand liegt, können problematisch werden.

Besondere Aufmerksamkeit benötigen Arzneimittel, die gekühlt aufbewahrt werden müssen. Insuline oder bestimmte biologische Arzneimittel dürfen zwar häufig für einen begrenzten Zeitraum außerhalb des Kühlschranks transportiert werden, sollten dabei jedoch niemals großer Hitze ausgesetzt sein. Hier lohnt sich bereits vor Reisebeginn ein Blick in die Packungsbeilage oder ein Gespräch in der Apotheke.

Doch Hitze ist nicht die einzige Herausforderung. Wer regelmäßig Medikamente einnimmt, sollte ausreichend Vorrat für die gesamte Reise einplanen – am besten mit einer kleinen Reserve für unvorhergesehene Verzögerungen. Auch der Transport im Handgepäck kann sinnvoll sein, insbesondere wenn das Aufgabegepäck verspätet ankommt oder verloren geht.

Ein weiterer Punkt wird häufig unterschätzt: Originalverpackungen und Beipackzettel erleichtern nicht nur die richtige Anwendung, sondern können bei Flugreisen oder Grenzkontrollen hilfreich sein. Gerade bei verschreibungspflichtigen Medikamenten oder Spritzen empfiehlt sich eine gute Vorbereitung.

In der Apotheke erleben wir immer wieder, dass kleine organisatorische Fehler den Urlaub unnötig kompliziert machen. Dabei lassen sich die meisten Probleme mit wenigen Minuten Vorbereitung vermeiden.

Vielleicht gehört deshalb künftig eine weitere Frage auf jede persönliche Urlaubsliste.

Nicht nur:

„Habe ich meine Medikamente eingepackt?“

Sondern:

„Sind meine Medikamente auch richtig auf die Reise vorbereitet?“

Denn ein gelungener Urlaub beginnt oft schon lange vor der Abfahrt – und manchmal entscheidet genau diese letzte Kontrolle darüber, ob die Reise wirklich entspannt beginnt.