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VITAMIN-B3-MANGEL

Kurzdefinition
Vitamin B3 – auch Niacin genannt – gehört zur Gruppe der B-Vitamine. Es spielt eine wichtige Rolle im Energiestoffwechsel und wird für zahlreiche Vorgänge in den Zellen benötigt. Der Körper kann Niacin teilweise selbst aus der Aminosäure Tryptophan herstellen.

Was passiert bei einem Mangel im Körper?
Fehlt dem Körper über längere Zeit Niacin, können vor allem Haut, Verdauungssystem und Nervensystem beeinträchtigt werden. Ein schwerer Vitamin-B3-Mangel führt zur sogenannten Pellagra. Diese Erkrankung ist in Deutschland selten, kann unbehandelt jedoch schwerwiegende Folgen haben.

Typische Mangelerscheinungen
– Müdigkeit und Schwäche
– Appetitlosigkeit
– entzündete oder gerötete Haut
– erhöhte Lichtempfindlichkeit der Haut
– Durchfall und andere Verdauungsbeschwerden
– Entzündungen der Mundschleimhaut und Zunge
– Konzentrationsstörungen
– bei schwerem Mangel Verwirrtheit und neurologische Veränderungen

Wer besonders gefährdet ist
– Menschen mit ausgeprägter Mangelernährung
– Personen mit chronisch hohem Alkoholkonsum
– Menschen mit schweren chronischen Darmerkrankungen
– Personen mit bestimmten Störungen des Tryptophan-Stoffwechsels
– Menschen mit sehr einseitiger Ernährung

Referenzwerte / Richtwerte
Der tägliche Bedarf wird in sogenannten Niacin-Äquivalenten angegeben und hängt unter anderem von Alter, Geschlecht und Energieverbrauch ab. Für Erwachsene liegt die empfohlene Zufuhr ungefähr zwischen 11 und 16 Milligramm Niacin-Äquivalenten pro Tag.

Ein ausgeprägter Vitamin-B3-Mangel ist bei einer abwechslungsreichen Ernährung in Deutschland selten.

Ernährung bei Vitamin-B3-Mangel
Besonders gute Niacinquellen sind:

– Fleisch und Geflügel
– Fisch
– Vollkornprodukte
– Erdnüsse
– Pilze
– Hülsenfrüchte
– Kartoffeln

Zusätzlich kann der Körper einen Teil seines Niacinbedarfs aus Tryptophan decken, das beispielsweise in eiweißreichen Lebensmitteln vorkommt.

Grenzen, Risiken und Irrtümer
Nicht jede Müdigkeit, Hautveränderung oder Verdauungsstörung ist auf einen Vitamin-B3-Mangel zurückzuführen. Gerade diese Beschwerden können zahlreiche andere Ursachen haben.

Ein häufiger Irrtum:
Niacin wird teilweise in hohen Dosierungen als Nahrungsergänzung oder zur Beeinflussung der Blutfettwerte angeboten. Daraus darf nicht geschlossen werden, dass hohe Mengen grundsätzlich gesund sind. Hochdosierte Niacinpräparate können unter anderem starke Hautrötungen – den sogenannten Flush – verursachen und in sehr hohen Dosierungen auch die Leber belasten.

Apotheker-Einordnung
Vitamin B3 zeigt einen wichtigen Unterschied zwischen notwendiger Nährstoffversorgung und hochdosierter Nahrungsergänzung. Niacin ist lebenswichtig, ein echter Mangel bei ausgewogener Ernährung jedoch selten. Gerade Präparate mit hohen Dosierungen sollten deshalb nicht vorsorglich eingenommen werden. Wer gesund ist und sich abwechslungsreich ernährt, benötigt normalerweise keine zusätzliche Niacinzufuhr.