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NATRIUMMANGEL

Kurzdefinition
Natrium ist ein lebenswichtiger Mineralstoff und der wichtigste Bestandteil des Kochsalzes. Es spielt eine zentrale Rolle für den Flüssigkeitshaushalt sowie für die Funktion von Nerven und Muskeln.

Was passiert bei einem Mangel im Körper?
Fehlt dem Körper Natrium, gerät der Wasserhaushalt aus dem Gleichgewicht. Die Folge können Beschwerden sein, die von leichter Müdigkeit bis hin zu schweren neurologischen Symptomen reichen. Ein Natriummangel entwickelt sich meist nicht durch eine salzarme Ernährung, sondern durch Erkrankungen oder einen erhöhten Flüssigkeitsverlust.

Typische Mangelerscheinungen
– Müdigkeit
– Kopfschmerzen
– Übelkeit
– Schwindel
– Muskelkrämpfe
– Verwirrtheit
– Konzentrationsstörungen
– in schweren Fällen Krampfanfälle oder Bewusstseinsstörungen

Wer besonders gefährdet ist
– ältere Menschen
– Personen mit starkem Durchfall oder Erbrechen
– Menschen, die bestimmte Entwässerungsmedikamente einnehmen
– Ausdauersportler bei extremer Flüssigkeitsaufnahme ohne Elektrolytausgleich
– Menschen mit bestimmten Herz-, Leber- oder Nierenerkrankungen

Referenzwerte / Richtwerte
Der Natriumbedarf wird in Deutschland in der Regel problemlos über die Ernährung gedeckt.

Der Natriumspiegel im Blut liegt normalerweise zwischen etwa 135 und 145 mmol/l. Ein Wert darunter wird als Hyponatriämie bezeichnet und sollte ärztlich abgeklärt werden.

Ernährung bei Natriummangel
Natrium ist in vielen Lebensmitteln enthalten, insbesondere in:

– Speisesalz
– Brot und Backwaren
– Käse
– Wurstwaren
– Fertigprodukten

Bei einem echten Natriummangel reicht es jedoch meist nicht aus, einfach mehr Salz zu essen. Entscheidend ist die Behandlung der zugrunde liegenden Ursache.

Grenzen, Risiken und Irrtümer
Nicht jede Erschöpfung oder jeder Muskelkrampf ist auf einen Natriummangel zurückzuführen. Außerdem entsteht ein Natriummangel nur selten durch eine salzarme Ernährung.

Ein häufiger Irrtum:
Viele Menschen glauben, sie müssten bei Hitze oder Sport möglichst viel Wasser trinken. Wird dabei über längere Zeit ausschließlich Wasser aufgenommen, kann der Natriumspiegel unter bestimmten Umständen absinken.

Umgekehrt gilt: Mehr Salz ist nicht automatisch gesünder. Die meisten Menschen nehmen bereits deutlich mehr Salz zu sich als empfohlen.

Apotheker-Einordnung
Natriummangel ist deutlich seltener als ein Zuviel an Kochsalz, kann aber ernsthafte Folgen haben. Besonders ältere Menschen sowie Patienten mit bestimmten Erkrankungen oder Medikamenten sollten bei entsprechenden Beschwerden nicht auf eine Selbstbehandlung setzen. Eine gezielte Diagnostik ist hier wichtiger als der Griff zum Salzstreuer.