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EIWEISSMANGEL

Kurzdefinition
Eiweiß – auch Protein genannt – gehört zu den wichtigsten Baustoffen des Körpers. Muskeln, Haut, Organe, Enzyme, Hormone und das Immunsystem sind auf eine ausreichende Eiweißversorgung angewiesen.

Was passiert bei einem Mangel im Körper?
Fehlt dem Körper über längere Zeit Eiweiß, beginnt er, eigene Reserven abzubauen. Besonders betroffen sind Muskulatur, Regeneration und die körpereigene Abwehr. Da Eiweiß an nahezu allen Körperfunktionen beteiligt ist, können die Folgen sehr unterschiedlich ausfallen.

Typische Mangelerscheinungen
– Muskelschwäche
– Verlust von Muskelmasse
– verminderte Leistungsfähigkeit
– verzögerte Wundheilung
– erhöhte Infektanfälligkeit
– Erschöpfung
– Haarausfall
– Wassereinlagerungen

Wer besonders gefährdet ist
– ältere Menschen
– Menschen mit Kau- oder Schluckstörungen
– Personen mit chronischen Erkrankungen
– Menschen mit Essstörungen
– Personen mit sehr einseitiger Ernährung
– Menschen nach schweren Erkrankungen oder Operationen

Referenzwerte / Richtwerte
Für Erwachsene werden in der Regel etwa 0,8 Gramm Eiweiß pro Kilogramm Körpergewicht täglich empfohlen.

Bei älteren Menschen, Sportlern oder bestimmten Erkrankungen kann der Bedarf höher liegen.

Ernährung bei Eiweißmangel
Besonders eiweißreich sind:

– Fleisch
– Fisch
– Eier
– Milchprodukte
– Hülsenfrüchte
– Nüsse
– Sojaprodukte

Entscheidend ist nicht nur die Menge, sondern auch eine regelmäßige Verteilung über den Tag.

Grenzen, Risiken und Irrtümer
Nicht jeder Muskelabbau oder jede Erschöpfung ist automatisch auf Eiweißmangel zurückzuführen. Bewegungsmangel, Erkrankungen oder hormonelle Veränderungen können ebenfalls eine Rolle spielen.

Ein häufiger Irrtum:
Viele Menschen verbinden Eiweiß ausschließlich mit Kraftsport. Tatsächlich benötigt jeder Mensch täglich ausreichend Protein, unabhängig davon, ob er Sport treibt oder nicht.

Gleichzeitig gilt: Mehr Eiweiß ist nicht automatisch besser. Eine ausgewogene Ernährung bleibt entscheidend.

Apotheker-Einordnung
Eiweißmangel wird häufig unterschätzt, weil er sich meist schleichend entwickelt. Besonders im höheren Lebensalter kann eine unzureichende Eiweißzufuhr zu Muskelabbau und damit zu einem Verlust von Mobilität und Lebensqualität beitragen. Gerade ältere Menschen profitieren oft davon, ihre Eiweißversorgung bewusst im Blick zu behalten.