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Chronischer Juckreiz – Wenn nicht die Haut, sondern das Nervensystem reagiert

Chronischer Juckreiz gehört zu den häufigsten dermatologischen Beschwerden, wird aber oft unterschätzt. Viele Betroffene greifen zunächst zu reichhaltigen Cremes oder Lotionen, weil trockene Haut als offensichtlicher Auslöser erscheint. Tatsächlich kann hinter dauerhaftem Juckreiz jedoch deutlich mehr stecken. Neben Hauterkrankungen wie Neurodermitis, Psoriasis oder allergischen Reaktionen spielen internistische Ursachen, Stoffwechselveränderungen, Medikamentennebenwirkungen und neurologische Prozesse eine wichtige Rolle.

Gerade der sogenannte neuropathische oder neurale Pruritus entsteht durch Veränderungen oder Reizungen im Nervensystem selbst. Dabei werden Juckreize ohne klassischen Hautauslöser weitergeleitet. Typisch sind Begleitsymptome wie Brennen, Ameisenlaufen, stechende Empfindungen oder wechselnde Intensität ohne sichtbare Hautveränderung. Das führt häufig dazu, dass Betroffene lange ohne klare Diagnose bleiben.

Auch Medikamente können Juckreiz auslösen oder verstärken. Dazu zählen unter anderem bestimmte Blutdrucksenker, Schmerzmittel, Antibiotika oder zentral wirksame Arzneimittel. Deshalb lohnt sich immer ein Blick auf aktuelle Medikation, Dosierung und Einnahmedauer.

Therapeutisch reicht einfache Hautpflege in solchen Fällen oft nicht aus. Neben rückfettenden Cremes können medizinische Externa mit Harnstoff, Polidocanol oder Menthol helfen. Bei nachgewiesenen neurologischen Ursachen kommen teilweise nervenmodulierende Wirkstoffe infrage. Ergänzend spielen Lebensstilfaktoren eine Rolle: ausreichend trinken, Raumluft verbessern, Hautreizstoffe reduzieren und Stressmanagement unterstützen.

Die pharmazeutische Beratung kann helfen, Ursachen einzugrenzen, geeignete Präparate auszuwählen und frühzeitig an ärztliche Diagnostik zu verweisen. Gerade bei länger anhaltendem Juckreiz gilt: nicht ignorieren, sondern systematisch abklären lassen.