Перейти к содержимому

DAS KRANKENHAUS SAGT: „IHR ANGEHÖRIGER KANN NACH HAUSE.“ – WAS JETZT?

Für viele Angehörige beginnt die Pflege nicht mit einem Pflegegrad oder einer Diagnose. Sie beginnt mit einem einzigen Satz:

„Ihr Angehöriger kann morgen entlassen werden.“

Was für Ärzte und Pflegekräfte ein alltäglicher Vorgang ist, löst bei Familien oft große Unsicherheit aus. Denn mit der Entlassung endet zwar die stationäre Behandlung – die eigentlichen Herausforderungen beginnen jedoch häufig erst zu Hause.

Plötzlich stellen sich viele Fragen gleichzeitig:

  • Wer kümmert sich um die Pflege?
  • Welche Hilfsmittel werden benötigt?
  • Wer organisiert die Medikamente?
  • Muss bereits ein Pflegegrad beantragt werden?
  • Wer hilft, wenn niemand tagsüber zu Hause ist?

Die gute Nachricht lautet: Sie müssen diese Fragen nicht allein beantworten. Viele Hilfen sind gesetzlich vorgesehen – man muss nur wissen, welche das sind.

Die Entlassung bedeutet nicht, dass alles wieder wie früher ist

Der Begriff „entlassungsfähig“ führt häufig zu Missverständnissen. Er bedeutet nicht zwangsläufig, dass Ihr Angehöriger wieder vollständig gesund ist. Er bedeutet lediglich, dass die Behandlung im Krankenhaus nicht mehr erforderlich ist und die weitere Versorgung außerhalb des Krankenhauses erfolgen kann.

Diese Versorgung kann sehr unterschiedlich aussehen:

  • zu Hause mit Unterstützung der Familie,
  • mit Hilfe eines ambulanten Pflegedienstes,
  • in einer Kurzzeitpflegeeinrichtung,
  • in einer Rehabilitationseinrichtung oder
  • in besonderen Fällen in einer stationären Pflegeeinrichtung.

Welche Lösung die richtige ist, hängt immer von der individuellen Situation ab.

Das Entlassmanagement – Ihre wichtigste Unterstützung

Krankenhäuser sind verpflichtet, ein sogenanntes Entlassmanagement anzubieten. Ziel ist es, den Übergang vom Krankenhaus in die häusliche oder weitere Versorgung möglichst reibungslos zu gestalten.

Dazu gehört unter anderem:

  • die Organisation notwendiger Hilfsmittel,
  • die Verordnung erforderlicher Medikamente für die ersten Tage,
  • die Ausstellung wichtiger Verordnungen,
  • die Abstimmung mit Hausarzt oder Fachärzten,
  • die Vermittlung eines ambulanten Pflegedienstes, wenn dieser benötigt wird.

Scheuen Sie sich nicht, Fragen zu stellen. Je besser die Entlassung vorbereitet wird, desto leichter gelingt der Start zu Hause.

Welche Unterlagen sollten Sie mitnehmen?

Bevor Sie das Krankenhaus verlassen, sollten Sie prüfen, ob Ihnen alle wichtigen Unterlagen vorliegen.

Dazu gehören insbesondere:

  • der Entlassungsbrief,
  • ein aktueller Medikationsplan,
  • notwendige Rezepte,
  • Verordnungen für Hilfsmittel,
  • gegebenenfalls Verordnungen für häusliche Krankenpflege,
  • Termine für notwendige Nachkontrollen.

Bewahren Sie diese Unterlagen gut auf. Sie bilden die Grundlage für die weitere Behandlung.

Die Medikamente verdienen besondere Aufmerksamkeit

Gerade nach einem Krankenhausaufenthalt verändert sich die Arzneimitteltherapie häufig. Neue Medikamente kommen hinzu, andere werden abgesetzt oder anders dosiert.

Deshalb sollten Sie den Medikationsplan sorgfältig mit den tatsächlich vorhandenen Arzneimitteln vergleichen.

Achten Sie insbesondere darauf,

  • ob alle bisherigen Medikamente weiterhin eingenommen werden sollen,
  • ob Dosierungen verändert wurden,
  • ob neue Einnahmezeiten gelten,
  • ob bestimmte Arzneimittel nur vorübergehend verordnet wurden.

Schon kleine Missverständnisse können später zu Problemen führen.

Zuhause muss nicht alles sofort perfekt funktionieren

Viele Angehörige setzen sich selbst unter enormen Druck. Sie möchten sofort alles richtig machen und befürchten, etwas Wichtiges zu vergessen.

Dabei ist es völlig normal, dass sich die neue Situation erst nach einigen Tagen einspielt.

Wichtig ist zunächst, dass

  • die medizinische Versorgung gesichert ist,
  • notwendige Medikamente vorhanden sind,
  • Ihr Angehöriger ausreichend versorgt wird und
  • Sie wissen, an wen Sie sich bei Fragen wenden können.

Alles Weitere entwickelt sich Schritt für Schritt.

Aus der Apotheke vor Ort

Nach einer Krankenhausentlassung lohnt sich ein Besuch in Ihrer Apotheke. Dort kann geprüft werden, ob der neue Medikationsplan mit den vorhandenen Arzneimitteln übereinstimmt und ob mögliche Wechselwirkungen oder Doppelverordnungen bestehen.

Gerade wenn mehrere Medikamente zu unterschiedlichen Tageszeiten eingenommen werden müssen, kann eine patientenindividuelle Verblisterung eine wertvolle Unterstützung sein. Die Arzneimittel werden dabei bereits nach Einnahmezeitpunkten zusammengestellt. Das erleichtert den Alltag und kann helfen, Einnahmefehler zu vermeiden. Ob diese Versorgungsform sinnvoll ist, sollte immer individuell mit Ihrer Apotheke besprochen werden.

Unser Fazit

Eine Krankenhausentlassung markiert häufig den Beginn eines völlig neuen Lebensabschnitts – nicht nur für den Patienten, sondern auch für seine Angehörigen.

Sie müssen nicht sofort jede Antwort kennen. Wichtig ist, die nächsten Schritte geordnet anzugehen, Unterstützung anzunehmen und sich nicht zu scheuen, Fragen zu stellen.

Pflege beginnt selten mit Routine.

Sie beginnt meist mit Unsicherheit.

Und genau deshalb möchten wir Sie auf diesem Weg begleiten.