MANGANMANGEL
Kurzdefinition
Mangan ist ein Spurenelement, das der Körper nur in sehr kleinen Mengen benötigt. Es ist an zahlreichen Stoffwechselprozessen beteiligt und spielt unter anderem eine Rolle für den Knochenaufbau, den Energiestoffwechsel sowie den Schutz der Zellen vor oxidativem Stress.
Was passiert bei einem Mangel im Körper?
Ein echter Manganmangel ist beim Menschen sehr selten. Fehlt dem Körper über längere Zeit Mangan, können verschiedene Enzyme ihre Aufgaben nicht mehr vollständig erfüllen. Dadurch können unter anderem Knochenstoffwechsel, Wundheilung und Energiestoffwechsel beeinträchtigt werden.
Typische Mangelerscheinungen
– Müdigkeit
– verminderte Leistungsfähigkeit
– verzögerte Wundheilung
– Störungen des Knochenstoffwechsels
– Muskelschwäche
– in seltenen Fällen Wachstumsstörungen
Wer besonders gefährdet ist
– Menschen mit langfristiger künstlicher Ernährung ohne ausreichende Spurenelementversorgung
– Personen mit schweren Resorptionsstörungen
– Menschen mit chronischen Darmerkrankungen
– Personen mit sehr einseitiger Ernährung
Bei gesunden Menschen mit ausgewogener Ernährung ist ein Manganmangel äußerst selten.
Referenzwerte / Richtwerte
Für Erwachsene wird eine tägliche Aufnahme von etwa 2 bis 5 Milligramm Mangan empfohlen.
Ein routinemäßiger Labortest zur Feststellung eines Manganmangels gehört im Alltag nicht zu den Standarduntersuchungen.
Ernährung bei Manganmangel
Besonders manganreich sind:
– Vollkornprodukte
– Haferflocken
– Nüsse
– Hülsenfrüchte
– grünes Blattgemüse
– Tee
Eine abwechslungsreiche Ernährung deckt den täglichen Bedarf in der Regel ausreichend.
Grenzen, Risiken und Irrtümer
Nicht jede Müdigkeit oder verminderte Leistungsfähigkeit ist auf einen Manganmangel zurückzuführen. Tatsächlich kommt ein echter Mangel nur sehr selten vor.
Ein häufiger Irrtum:
Mangan wird gelegentlich als Wundermittel für Knochen oder Gelenke beworben. Für gesunde Menschen gibt es jedoch keine Hinweise darauf, dass eine zusätzliche Einnahme ohne nachgewiesenen Mangel einen gesundheitlichen Nutzen bringt.
Auch bei Mangan gilt: Eine langfristige Überdosierung kann unerwünschte Wirkungen haben und sollte vermieden werden.
Apotheker-Einordnung
Mangan gehört zu den Spurenelementen, die im Alltag nur selten im Mittelpunkt stehen. Gerade deshalb zeigt es, wie wichtig eine differenzierte Betrachtung ist. Nicht jeder Nährstoff muss vorsorglich ergänzt werden. Wer sich ausgewogen ernährt, ist in der Regel ausreichend versorgt. Nahrungsergänzungsmittel sollten deshalb gezielt und nicht aufgrund allgemeiner Werbeversprechen eingesetzt werden.