PHOSPHATMANGEL
Kurzdefinition
Phosphat ist ein lebenswichtiger Mineralstoff, der im Körper vor allem in Knochen und Zähnen gespeichert wird. Darüber hinaus ist Phosphat unverzichtbar für die Energiegewinnung, die Zellfunktion sowie den Aufbau von Erbsubstanz und Zellmembranen.
Was passiert bei einem Mangel im Körper?
Fehlt dem Körper Phosphat, können die Zellen nicht mehr ausreichend Energie bereitstellen. Dadurch können Muskeln, Nerven und verschiedene Organe in ihrer Funktion beeinträchtigt werden. Ein ausgeprägter Phosphatmangel tritt jedoch vergleichsweise selten auf.
Typische Mangelerscheinungen
– Muskelschwäche
– Müdigkeit
– verminderte Leistungsfähigkeit
– Knochenschmerzen
– Appetitlosigkeit
– Kribbeln oder Taubheitsgefühle
– in schweren Fällen Atemmuskelschwäche oder Herzrhythmusstörungen
Wer besonders gefährdet ist
– Menschen mit chronischem Alkoholmissbrauch
– Personen mit schwerer Mangelernährung
– Menschen mit bestimmten Darmerkrankungen
– Patienten nach längerer künstlicher Ernährung, insbesondere zu Beginn der Nahrungszufuhr (Refeeding-Syndrom)
– Personen mit bestimmten hormonellen oder Stoffwechselerkrankungen
Referenzwerte / Richtwerte
Für Erwachsene wird eine tägliche Phosphatzufuhr von etwa 700 Milligramm empfohlen.
Da Phosphat in vielen Lebensmitteln enthalten ist, wird der tägliche Bedarf bei einer ausgewogenen Ernährung meist problemlos gedeckt.
Ernährung bei Phosphatmangel
Besonders phosphatreich sind:
– Milch und Milchprodukte
– Fleisch
– Fisch
– Eier
– Hülsenfrüchte
– Nüsse
– Vollkornprodukte
Auch viele verarbeitete Lebensmittel enthalten zugesetzte Phosphate.
Grenzen, Risiken und Irrtümer
Nicht jede Muskelschwäche oder Erschöpfung ist auf einen Phosphatmangel zurückzuführen. Tatsächlich ist ein echter Mangel bei gesunden Menschen selten.
Ein häufiger Irrtum:
Phosphat wird häufig nur im Zusammenhang mit Zusatzstoffen in Lebensmitteln diskutiert. Dabei ist Phosphat gleichzeitig ein lebenswichtiger Mineralstoff, auf den der Körper angewiesen ist. Entscheidend ist – wie so oft – die richtige Menge.
Gerade Menschen mit einer chronischen Nierenerkrankung sollten Phosphat jedoch nicht unkritisch zuführen, da erhöhte Phosphatspiegel gesundheitliche Probleme verursachen können.
Apotheker-Einordnung
Phosphat ist ein gutes Beispiel dafür, dass ein Nährstoff sowohl lebensnotwendig als auch – im Übermaß – problematisch sein kann. Während ein Mangel selten vorkommt, spielt ein Zuviel insbesondere bei bestimmten Erkrankungen eine größere Rolle. Deshalb sollte auch Phosphat immer im Zusammenhang mit der individuellen gesundheitlichen Situation betrachtet werden und nicht isoliert.