OMEGA-3-MANGEL
Kurzdefinition
Omega-3-Fettsäuren gehören zu den mehrfach ungesättigten Fettsäuren und sind für den Körper lebensnotwendig. Da sie nur in begrenztem Umfang selbst gebildet werden können, müssen sie regelmäßig über die Nahrung aufgenommen werden.
Was passiert bei einem Mangel im Körper?
Omega-3-Fettsäuren sind Bestandteil jeder Körperzelle und spielen eine wichtige Rolle für Gehirn, Augen, Herz und verschiedene Stoffwechselprozesse. Eine langfristig geringe Aufnahme kann die normale Funktion dieser Systeme beeinträchtigen.
Typische Mangelerscheinungen
– trockene Haut
– Konzentrationsprobleme
– verminderte Leistungsfähigkeit
– erhöhte Entzündungsneigung
– Müdigkeit
– trockene Augen
– Stimmungsschwankungen
Wer besonders gefährdet ist
– Menschen mit geringem Fischkonsum
– Veganer und Vegetarier
– Personen mit sehr einseitiger Ernährung
– Menschen mit erhöhtem Bedarf
– ältere Menschen
Referenzwerte / Richtwerte
Für Erwachsene werden meist etwa 250 mg EPA und DHA täglich empfohlen. Diese beiden Omega-3-Fettsäuren kommen vor allem in fettem Seefisch vor.
Ein allgemein anerkannter Laborwert zur Diagnose eines Omega-3-Mangels existiert im Alltag nicht in derselben Bedeutung wie beispielsweise bei Eisen oder Vitamin B12.
Ernährung bei Omega-3-Mangel
Besonders reich an Omega-3-Fettsäuren sind:
– Lachs
– Hering
– Makrele
– Sardinen
– Leinöl
– Chiasamen
– Walnüsse
Pflanzliche Quellen enthalten überwiegend Alpha-Linolensäure, die vom Körper nur begrenzt in die biologisch besonders aktiven Formen EPA und DHA umgewandelt wird.
Grenzen, Risiken und Irrtümer
Nicht jede trockene Haut oder Konzentrationsschwäche beruht auf einem Omega-3-Mangel. Die Beschwerden können zahlreiche Ursachen haben.
Ein häufiger Irrtum:
Omega-3 wird im Internet häufig als Wundermittel für nahezu jedes Gesundheitsproblem dargestellt. Tatsächlich handelt es sich um wichtige Nährstoffe, jedoch nicht um eine universelle Lösung für alle Beschwerden.
Auch Fischölkapseln ersetzen keine insgesamt ausgewogene Ernährung.
Apotheker-Einordnung
Omega-3-Fettsäuren gehören zu den am häufigsten diskutierten Nährstoffen der letzten Jahre. Zwischen berechtigter Bedeutung und überzogenen Werbeversprechen ist eine sachliche Einordnung oft schwierig. Für Menschen, die selten Fisch essen, kann es sinnvoll sein, die eigene Versorgung kritisch zu betrachten. Gleichzeitig sollte man realistisch bleiben: Gesundheit entsteht durch das Zusammenspiel vieler Faktoren und nicht durch einzelne Kapseln.