Frühjahresmüdigkeit – warum der Körper im Frühling Zeit zur Anpassung braucht
Viele Menschen erwarten vom Frühling neue Energie und mehr Antrieb. Dennoch fühlen sich zahlreiche Personen gerade in dieser Jahreszeit müde, abgeschlagen oder weniger leistungsfähig. Dieses Phänomen wird als Frühjahresmüdigkeit bezeichnet und ist medizinisch durchaus erklärbar.
Der wichtigste Auslöser ist die Umstellung des Hormonhaushalts. Während der Wintermonate dominiert häufig das Schlafhormon Melatonin. Mit zunehmendem Tageslicht verändert sich die Hormonbalance, insbesondere durch eine vermehrte Ausschüttung von Serotonin. Dieser Anpassungsprozess benötigt Zeit. Parallel dazu reagiert der Kreislauf auf steigende Temperaturen. Die Blutgefäße weiten sich, was kurzfristig zu niedrigeren Blutdruckwerten führen kann. Besonders Menschen mit ohnehin niedrigem Blutdruck spüren diese Veränderungen deutlich.
Typische Beschwerden sind Müdigkeit, Konzentrationsprobleme, Kopfschmerzen oder Kreislaufschwäche. In den meisten Fällen reguliert sich der Organismus innerhalb weniger Wochen selbstständig.
Unterstützend wirken regelmäßige Bewegung im Freien, ausreichend Flüssigkeitszufuhr, Wechselduschen und feste Schlafzeiten. Auch eine ausgewogene Ernährung spielt eine Rolle.
Wichtig ist jedoch die Abgrenzung zu anderen Ursachen. Hält die Müdigkeit länger an oder treten zusätzliche Symptome wie Haarausfall, Blässe oder starke Leistungsabnahme auf, können Eisenmangel, Vitamin-D-Mangel oder Schilddrüsenstörungen beteiligt sein. Auch bestimmte Medikamente können Müdigkeit verstärken.
In der Apotheke lässt sich im Gespräch häufig klären, ob es sich um eine typische saisonale Anpassung handelt oder ob eine weitere Abklärung sinnvoll erscheint. Frühjahresmüdigkeit ist in der Regel harmlos – dennoch sollte anhaltende Erschöpfung ernst genommen werden.