Haut & Schleimhäute im Winter : Schutz und Pflege aus der Apotheke
Haut und Schleimhäute bilden die erste und wichtigste Barriere unseres Körpers gegen Krankheitserreger. Sie schützen uns täglich vor Viren, Bakterien, Schadstoffen und mechanischen Reizen. Gerade im Winter wird dieses Schutzsystem jedoch stark beansprucht. Kälte, Wind, trockene Heizungsluft und häufige Temperaturwechsel führen dazu, dass Haut und Schleimhäute vermehrt Feuchtigkeit verlieren. Die natürliche Barrierefunktion gerät aus dem Gleichgewicht, die Widerstandskraft nimmt ab.
Besonders problematisch ist, dass viele dieser Veränderungen zunächst unbemerkt bleiben. Trockene Haut spannt, Schleimhäute fühlen sich gereizt an, kleine Risse entstehen. Diese Mikroverletzungen reichen bereits aus, um Krankheitserregern das Eindringen zu erleichtern. Die Folge ist eine erhöhte Infektanfälligkeit, insbesondere für Erkältungen und andere Atemwegsinfekte.
Bestimmte Körperregionen sind im Winter besonders exponiert. Dazu zählen vor allem die Lippen, die Hände, die Nasenschleimhäute und die Augen. Lippen besitzen keine Talgdrüsen und können sich nicht selbst schützen. Hände sind häufigem Waschen, Desinfizieren und Kälteeinfluss ausgesetzt. Die Nasenschleimhäute trocknen durch Heizungsluft aus, wodurch ihre Filterfunktion für Keime deutlich nachlässt. Auch die Augen reagieren empfindlich auf trockene Raumluft, was zu Brennen, Fremdkörpergefühl oder Rötungen führen kann.
Ein typisches Beispiel aus dem Apothekenalltag: Trockene Nasenschleimhäute erhöhen nachweislich das Risiko für Erkältungen, da Krankheitserreger leichter anhaften und eindringen können. Rissige, strapazierte Hände begünstigen Hautentzündungen und Ekzeme. Viele dieser Probleme lassen sich jedoch durch gezielte Pflege und Prävention deutlich reduzieren.
Apotheken bieten hier strukturierte und individuell angepasste Lösungen. Dazu gehört zunächst die richtige Hautpflege. Fetthaltige Cremes, medizinische Salben und spezielle Barriereschutzprodukte helfen, den transepidermalen Wasserverlust zu reduzieren und die Hautbarriere zu stabilisieren. Entscheidend ist dabei nicht nur der Fettgehalt, sondern auch die Auswahl geeigneter Grundlagen und Wirkstoffe – abgestimmt auf Hautzustand und Belastung.
Ebenso wichtig ist die Schleimhautpflege. Feuchtigkeitsspendende Nasensprays oder Nasensalben können die Schleimhäute regenerieren und ihre Schutzfunktion wiederherstellen. Augenlösungen oder befeuchtende Augentropfen helfen, Reizungen durch trockene Luft zu lindern und die Augenoberfläche zu stabilisieren.
Ein weiterer zentraler Baustein ist die Prävention. In der Apotheke beraten wir zu ausreichender Flüssigkeitszufuhr, angepasster Ernährung und sinnvollen Maßnahmen zur Verbesserung der Raumluft, etwa durch regelmäßiges Lüften oder Luftbefeuchtung. Diese Faktoren werden häufig unterschätzt, spielen aber eine entscheidende Rolle für die Gesundheit von Haut und Schleimhäuten.
Bei bereits bestehenden Beschwerden oder entzündlichen Reizungen kann zudem eine medikamentöse Unterstützungsinnvoll sein. Hier ist eine fachliche Abgrenzung wichtig: Wann reicht Pflege aus, wann sind medizinische Präparate erforderlich und wann sollte ärztlicher Rat eingeholt werden? Diese Einordnung gehört zur pharmazeutischen Kernkompetenz.
Apothekerin Arlett Düker:
„Haut- und Schleimhautpflege ist nicht nur Kosmetik, sondern ein wesentlicher Schutzmechanismus des Körpers. Die richtige Auswahl von Präparaten, Wirkstoffen und Darreichungsformen kann Infektionen vorbeugen, Beschwerden lindern und die natürliche Barrierefunktion langfristig erhalten.“
In unserem Blog und unserem Podcast greifen wir diese Themen regelmäßig auf. Wir erklären Wirkstoffe, Anwendungsformen und Unterschiede zwischen kosmetischer Pflege und medizinisch sinnvoller Unterstützung – praxisnah, verständlich und wissenschaftlich fundiert. Ziel ist es, frühzeitig aufzuklären und dabei zu helfen, Haut und Schleimhäute gerade in der kalten Jahreszeit gezielt zu schützen.