Menstruelle Migräne - wenn die Hormone den Takt vorgeben
Ein besonderer, oft unterschätzter Bereich ist die menstruelle Migräne. Sie betrifft vor allem Frauen im gebärfähigen Alter und tritt typischerweise kurz vor oder während der Menstruation auf. Auslöser ist meist der rasche Abfall des Östrogenspiegels, der Einfluss auf die Schmerzverarbeitung im Gehirn hat.
Menstruelle Migräneattacken werden von vielen Betroffenen als besonders intensiv beschrieben. Sie dauern häufig länger, sprechen schlechter auf herkömmliche Schmerzmittel an und treten oft regelmäßig in jedem Zyklus auf. Im Gegensatz zu anderen Migräneformen fehlen manchmal typische Warnzeichen, sodass die Attacke scheinbar „plötzlich“ beginnt.
Die Behandlung stellt eine besondere Herausforderung dar. Standard-Schmerzmittel reichen oft nicht aus oder müssen sehr gezielt eingesetzt werden. Je nach Situation können eine frühzeitige Akuttherapie, hormonelle Strategien oder eine kurzzeitige Prophylaxe rund um die Menstruation sinnvoll sein. Wichtig ist vor allem, den Zusammenhang zwischen Zyklus und Migräne zu erkennen und gezielt zu dokumentieren.
In der Beratung zeigt sich, dass viele Frauen ihre Beschwerden lange hinnehmen oder als „normal“ abtun. Dabei kann eine angepasste Therapie die Lebensqualität deutlich verbessern. Menstruelle Migräne ist kein Randphänomen, sondern ein relevantes gesundheitliches Thema, das Aufmerksamkeit und individuelle Lösungen erfordert.