Sodbrennen an den Feiertagen: Wenn der Magen zu viel bekommt
Die Weihnachtszeit ist für viele eine Zeit des Genusses. Reichhaltige Speisen, mehrere Gänge, Süßigkeiten und Alkohol gehören oft selbstverständlich dazu. Gleichzeitig steigt in dieser Phase die Zahl der Menschen, die über Sodbrennen, Druckgefühl oder brennende Schmerzen hinter dem Brustbein klagen.
Sodbrennen entsteht, wenn Magensäure in die Speiseröhre zurückfließt. Diese ist deutlich empfindlicher als die Magenschleimhaut und reagiert schnell mit Reizung. Besonders begünstigt wird dieser Rückfluss durch große Mahlzeiten, fettreiches Essen und Alkohol. Auch spätes Essen spielt eine Rolle, da im Liegen der natürliche Schutzmechanismus des Magens vermindert ist.
Typisch für die Feiertage ist die Kombination mehrerer ungünstiger Faktoren: wenig Bewegung, ungewohnte Essensmengen, mehrere Mahlzeiten dicht hintereinander und der entspannte Griff zum Glas Wein oder Likör. Der Magen produziert mehr Säure, der Druck im Bauchraum steigt und der Schließmuskel zwischen Magen und Speiseröhre wird stärker belastet.
Viele greifen dann spontan zu säurebindenden oder säurehemmenden Medikamenten. Diese können sinnvoll sein, sollten aber gezielt eingesetzt werden. Antazida wirken schnell, sind eher für gelegentliche Beschwerden geeignet. Säureblocker greifen tiefer in die Säureproduktion ein und sollten nicht dauerhaft ohne Beratung eingenommen werden.
Wichtig ist auch die Abgrenzung: Tritt Sodbrennen regelmäßig auf, besonders nachts, oder kommen Schluckbeschwerden, Husten oder anhaltende Schmerzen hinzu, sollte eine ärztliche Abklärung erfolgen. Dauerhafte Reizung der Speiseröhre kann langfristig zu Komplikationen führen.
In der Apotheke zeigt sich, wie hilfreich kleine Anpassungen sein können: kleinere Portionen, bewusster Genuss, Abstand zwischen Essen und Schlafen, aufrechte Haltung nach dem Essen und gezielte Produktauswahl. Oft lassen sich Beschwerden so deutlich reduzieren, ohne komplett auf Genuss verzichten zu müssen.
Die Feiertage sollen genussvoll bleiben. Wer auf die Signale seines Körpers achtet und frühzeitig gegensteuert, schützt seinen Magen – und startet entspannter ins neue Jahr.