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Winterinfekte: Was Patienten wirklich brauchen – und wie wir in der Apotheke sicher durch die Saison führen

Jedes Jahr zeigt sich in den Wintermonaten das gleiche Bild: Die Zahl der Atemwegsinfekte steigt rasant an. In der Apotheke wird das besonders sichtbar. Husten, Halsschmerzen, Fieber, Gliederschmerzen oder Erschöpfung gehören zu den häufigsten Gründen, warum Menschen zu uns kommen. Doch während die Beschwerden ähnlich erscheinen, unterscheiden sich Ursache, Verlauf und sinnvolle Behandlung oft deutlich.

Ein wesentlicher Punkt, der im Alltag schnell verloren geht, ist die Frage nach der Herkunft des Infekts. Die große Mehrheit der Winterinfekte ist viral – Erkältungen, grippale Infekte, RSV, Influenza oder andere Atemwegsviren. Das bedeutet: Antibiotika helfen nicht. Trotzdem greifen viele aus Unsicherheit oder wegen früherer Erfahrungen zu Präparaten, die für die momentane Situation ungeeignet sind. Hier setzt unsere Beratung an, denn die richtige Einschätzung spart Zeit, Geld und unnötige Belastungen.

In der täglichen Arbeit erleben wir immer wieder, wie groß der Unterschied zwischen einer ungezielten Selbstmedikation und einer gut strukturierten Strategie ist. Ein Husten kann trocken, verschleimt, reizbedingt oder postinfektiös sein – und jede dieser Formen benötigt eine andere therapeutische Herangehensweise. Das Gleiche gilt für Halsschmerzen, Fieber oder Ohrdruck. Die Herausforderung besteht darin, die Symptome nicht isoliert, sondern im Zusammenhang mit bestehenden Medikamenten, Vorerkrankungen und individuellen Belastungsfaktoren zu betrachten.

Viele Patienten berichten uns, dass sie bereits mehrere Produkte ausprobiert haben, ohne echte Besserung zu verspüren. In solchen Fällen zeigt sich, wie wichtig es ist, Wechselwirkungen zu kennen. Manche Erkältungsmittel beeinflussen Blutdruckmedikamente, Antidepressiva oder Schilddrüsenpräparate. Andere wirken dämpfend, erhöhen Müdigkeit oder sind für bestimmte Altersgruppen ungeeignet. Genau deshalb ist die Apotheke ein so entscheidender Ort: Hier entsteht Klarheit, die im Internet nicht garantiert werden kann.

Wir erklären im Gespräch, welche Präparate in welcher Phase des Infekts sinnvoll sind, wann ein Arztbesuch notwendig wird und wie Patienten die Belastung im Alltag reduzieren können. Dazu gehören Schlaf, Flüssigkeitszufuhr, Temperaturregulation oder die richtige Wahl von Schleimlösern, Reizlindern, Fiebersenkern oder Halssprays. Immer wieder erleben wir, dass schon kleine Korrekturen in der Selbstmedikation den Verlauf spürbar verbessern können.

Winterinfekte lassen sich nicht vollständig vermeiden – aber ihr Verlauf und ihre Dauer lassen sich deutlich beeinflussen, wenn die Behandlung früh und richtig begonnen wird. Die Apotheke ist dabei oft der erste und wichtigste Anlaufpunkt. Unser Ziel ist es, Patienten sicher durch die Saison zu begleiten und ihnen zu zeigen, was sie wirklich brauchen – nicht nur das, was sie aus der Werbung kennen.